Reverse-Charge / Umkehr der Steuerschuldnerschaft (UStVA, DATEV...)

Hier wird das Reverse-Charge Verfahren erklärt und wie dieses in sevDesk angewandt wird

Das Reverse-Charge-Verfahren wird als die Umkehrung der Steuerschuldnerschaft bezeichnet. Es handelt sich dabei um eine Spezialregelung im Umsatzsteuerrecht. Nicht der Unternehmer, der die Leistung erbringt zahlt die Umsatzsteuer, sondern der Empfänger der Leistung muss die Umsatzsteuer errichten. Mehr dazu in unserem Lexikon.

Reverse-Charge in sevDesk bei Eingangsbelegen

Beim Verbuchen von Eingangsbelegen in sevDesk kann man wählen, nach welcher Umsatzsteuerregelung dieser Beleg verbucht werden soll. Diese Auswahl hat Auswirkungen auf den DATEV-Export, die UStVA und die Zusammenfassende Meldung.

799CC954-CD9C-4CB1-9DF4-01BE6FC64319_4_5005_c

Wenn man Reverse-Charge auf seine Eingangsrechnungen anwenden möchte, ist es notwendig dafür eine Umsatzsteuerregelung anzulegen. Das kann man direkt in der "Beleg erfassen"-Maske auf dem Link "Umsatzsteuerregelung anlegen" oder in den Einstellungen im Bereich "Buchhaltung" vornehmen. 

48A3E823-A2AB-432C-B458-C2310EAD9A4F_4_5005_c

Beim Anlegen muss ein Beschreibungstext (für die eigene Betitelung), ein Steuersatz (19%,7% etc.) und das entscheidende UStVA-Feld gewählt werden. Bei der Auswahl gibt es einige 3er Kombinationen (z.B. 46 / 47 / 67). Die 3er Kombinationen sind alle für den Reverse-Charge-Fall gedacht und funktionieren alle nach dem gleichen Prinzip. Der Netto-Betrag wird auf das erste Feld gemeldet (z.B. 46) und die Umsatzsteuer auf das zweite Feld (z.B. 47). Für die Umkehr der Umsatzsteuer, wird der USt-Betrag aus dem zweiten Feld auch in das dritte Feld (z.B. 67) als Vorsteuer gemeldet. Der Betrag aus dem zweiten und dem dritten Feld gleichen sich somit wieder aus. 

Welche dieser 3er Kombinationen für dich zutreffend sind, muss im Einzelfall entschieden werden. Hier kann ein Steuerberater und ggf. auch das Finanzamt dir eine Auskunft erteilen. 

9AD7A9AF-2DE4-4E5C-8EAA-12C1B619857E_4_5005_c

Wichtige Änderung ab Januar 2019

Um die Umsatzsteuervoranmeldung weiter zu vereinfachen, hat das Bundesministerium für Finanzen die Vordrucksmuster der Formulare zum Jahr 2019 angepasst. In den Fällen der Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers nach § 13b UStG müssen die Umsätze nun nicht mehr thematisch aufgeteilt werden, sondern werden zusammen gemeldet. 

A74FBC2B-55B4-42FB-BFE2-B5F6BC752CD7_4_5005_c

Deine bisher genutzten Umsatzsteuerregelungen können daher ab 2019 nicht mehr korrekt greifen.

Daher empfiehlt es sich hier nochmals mit deinem Steuerberater Rücksprache zu halten und am besten eine weitere Revers-Charge-Regelung in sevDesk anzulegen. Deine bestehende Reverse-Charge-Regelung ist weiterhin korrekt für alle Nachmeldungen oder Korrekturen für das Jahr 2018 im alten Vordrucksmuster.

0CF35D7D-7B98-447C-B3A1-86F354760850_4_5005_c

Weiter Informationen direkt vom Bundesministerium für Finanzen findest du hier.