Verbuchung von innergemeinschaftlichen Lieferungen

Wir erläutern die innergemeinschaftlichen Lieferungen und wie diese in sevDesk zur Verbuchung erfasst werden müssen.

Allgemeines

Als innergemeinschaftliche Lieferung wird ein Steuerbefreiungstatbestand des Umsatzsteuerrechts bezeichnet, nachdem eine grenzüberschreitende Lieferung innerhalb der Europäischen Union (ursprünglich innerhalb der Europäischen Gemeinschaft) von der Umsatzsteuer im Staat des Beginns des Transports steuerfrei gestellt wird.

Eine innergemeinschaftliche Lieferung nach § 6a Abs. 1 UStG liegt dann vor, wenn die folgenden Voraussetzungen einheitlich vorliegen:

  • Der Gegenstand ist bei der Lieferung von einem Mitgliedstaat in einen anderen Mitgliedstaat gelangt,
  • der Erwerber ist ein Unternehmer, der den Gegenstand für sein Unternehmen erworben hat oder eine juristische Person, die nicht Unternehmer ist, der aber eine USt-IdNr. erteilt worden ist und
  • der Erwerber besteuert in einem anderen Mitgliedstaat einen innergemeinschaftlichen Erwerb.

 

Liegen die Voraussetzungen vor, ist eine innergemeinschaftliche Lieferung gegeben, die nach § 4 Nr. 1 Buchst. b UStG steuerfrei ist.
Der leistende Unternehmer muss die Voraussetzungen nachweisen, die Einzelheiten dazu werden in der UStDV geregelt (§ 6a Abs. 3 UStG). Dies wird in § 17a, 17b und 17c UStDV umgesetzt.
§ 17a UStDV : https://www.gesetze-im-internet.de/ustdv_1980/__17a.html
§ 17b UStDV: https://www.gesetze-im-internet.de/ustdv_1980/__17b.html
§ 17c UStDV: https://www.gesetze-im-internet.de/ustdv_1980/__17c.html

Die Summe der steuerfreien innergemeinschaftlichen Lieferungen muss in den Umsatzsteuer-Voranmeldungen angegeben werden (§ 18b UStG).

Der Unternehmer hat die ausgeführten innergemeinschaftlichen Lieferungen und Verbringungen in einer zusammenfassenden Meldung beim Bundeszentralamt für Steuern zu melden (§ 18a UStG).  Damit kann europaweit kontrolliert werden, dass die Erwerber die Lieferungen in ihren Staaten besteuern. Je nach Umfang der Lieferungen muss die Meldung monatlich oder vierteljährlich erstellt werden.

 

Innergemeinschaftliche Lieferungen in sevDesk bei den Rechnungen

Beim Verbuchen von Rechnungen in sevDesk kann man wählen, nach welcher Umsatzsteuerregelung die Rechnung verbucht werden soll. Diese Auswahl hat Auswirkungen auf den Datev-Export, die Umsatzsteuervoranmeldung und die Zusammenfassende Meldung.

 

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Wenn man eine Rechnung für eine innergemeinschaftliche Lieferung erstellen will, muss man als Umsatzsteuerregelung den Punkt „steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung“ auswählen.
Wichtig ist außerdem, dass bei dem  Kunden in den Stammdaten eine korrekte UST-ID Nummer  hinterlegt ist.

 

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In der Umsatzsteuervoranmeldung ergibt es dann folgendes Bild:
Im Feld 41 wird der Nettobetrag gemeldet.
Als Ergebnis ergibt sich eine Umsatzsteuerzahllast von 0,00 €.

 

Innergemeinschaftliche Lieferungen in sevDesk bei den Belegen

Beim Verbuchen von Belegen in sevDesk kann man wählen, nach welcher Umsatzsteuerregelung dieser Beleg verbucht werden soll. Diese Auswahl hat Auswirkungen auf den Datev-Export, die Umsatzsteuervoranmeldung und die Zusammenfassende Meldung.

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Wenn man den Beleg als innergemeinschaftliche Lieferung verbuchen will, ist es notwendig dafür eine eigene Umsatzsteuerregelung anzulegen. Das kann man direkt in der „Beleg erfassen“-Maske auf dem Link „Umsatzsteuerregelung anlegen“ oder in den Einstellungen im Bereich „Buchhaltung“ vornehmen.

 

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Beim Anlegen muss ein Beschreibungstext (für die eigene Betitelung), ein Steuersatz (19%, 7% etc.) und das entscheidende UStVA-Feld gewählt werden.
Bei der Auswahl gibt es einige 2er Kombinationen (z. B. für 19% USt: 89/61; für 7% USt 93/61).
Der Nettobetrag wird auf das erste Feld gemeldet (z.B. 89 oder 93). Davon wird die Umsatzsteuer berechnet. Entweder mit 19% oder mit 7%. Der gleiche Betrag wird im zweiten Feld (61) als Vorsteuer geltend gemacht. Somit gleichen sich die beiden Beträge wieder aus.
Durch den Vorgang ergibt sich eine Umsatzsteuerzahllast von 0,00 €.